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Apr 10

Weil lange!

WarumWenn ich detaillierte Informationen bekommen möchte, muss ich offene Fragen stellen. In den meisten Fällen klappt das ganz gut, außer ich möchte etwas von der Motte wissen. Ihre Auskünfte sind momentan nicht ganz so informativ. Meistens werden meine Fragen mit „ich weiß nicht“, „nix“, oder „gar nix“ beantwortet. Nur selten erzählt sich mir von ihrem Tag im Kindergarten. Dann gibt es doch da diese Fragen, die mit einem Warum beginnen. Darauf passen ihre pauschalen Antworten nicht, oder doch?

 

 

Weil was?

Auch für die Warum-Fragen hat die Motte eine Standardantwort gefunden. Weil lange! Diese Antwort kam immer. Irgendwann fing das an. Mit Engelszungen versuchte ich ihr zu erklären, dass dieser Satz keinen Sinn macht. Für sie scheinbar schon. Weil lange passt immer und in jeder Situation! Diese Aussage deckt sich in etwa mit „ich habe keine Lust das zu begründen“ und „weil es eben so ist“. Eigentlich ist ihre Antwort gar nicht blöd. Sie ist kurz und je nach Tonlage verstehe ich sofort, ob die Motte genervt oder wütend ist. Irgendwo muss sie diesen Satz mal aufgeschnappt haben. Vielleicht hat sie ihn falsch verstanden, oder eigenständig verkürzt. Sie hat auf jeden Fall beschlossen, dass er immer funktioniert!

 

Weil eben!

Vor zwei Tagen stand die Motte dann mit klebrigen Händen vor mir. Ich hatte schon geahnt was passiert war, aber fragte vorsichtshalber nach, warum ihre Hände denn klebten. Als Antwort erhielt ich ganz selbstverständlich: „Weil ich Süßes gegessen habe!“

High Five oder böse sein? In dem Moment war ich nur erstaunt. Endlich ein richtiger Satz! Dabei geriert die tatsache, dass sie sich ungefragt an den Süßwaren bedient hat, völlig in den Hintergrund. Zur Sicherheit stellte ich eine weitere Frage mit einem Warum und erhielt auch darauf eine zufriedenstellende Antwort. Ganz selbstverständlich funktionierte das gestern auch. Der erfundene Satz ist vergessen.

 

Konnte sie es schon?

Ich bin davon überzeugt, dass die Motte auch vorher schon wusste, wie eine Frage beantwortet wird und sie für die Umsetzung nur etwas länger gebraucht hat. Das hat mir nur wieder gezeigt, dass es kein Grund zum Verzweifeln ist, wenn eine Lernphase und die Umsetzung mal wieder länger dauern. Unbewusst und ungewollt ist der Vergleich mit anderen Kindern natürlich da und deswegen werde ich wohl manchmal auch ungeduldig.

Ein wenig werde ich „weil lange“ wohl vermissen. Den Satz gab es hier jetzt so lange, dass ich mich an ihn gewöhnt und ihn als ganz normal empfunden hatte. Eine richtige Begründung ist aber natürlich besser. Immerhin bekomme ich jetzt mehr Informationen von der Motte.

 

Gab es bei euren Kindern auch sinnfreie Sätze, die sich hartnäckig gehalten haben?

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