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Jun 10

Schichtwechsel am Pipibecken

schwimmenDas lange Wochenende war heiß. So heiß, dass sogar ich freiwillig ins Schwimmbad wollte. Sonst meide ich diese Orte. Es ist mir zu voll. Ich packte die Badetasche und die Motte war ganz aufgeregt. Wir fuhren nicht zum nächsten Schwimmbad, sondern wählten eines weiter weg. In der Zeitung hatten wir nämlich gelesen, dass das große Freibad in der Stadt am Vortag überfüllt war. Dank Klimaanlage war die Autofahrt sehr angenehm und viel zu schnell vorbei. Dann breiteten wir schon unsere Decken auf der Wiese aus. Noch eincremen und rein ins kühle Nass…

 

Füße auf dem Boden

Wir nahmen die Motte mit ins Nichtschwimmerbecken. Das Wasser war angenehm erfrischend und ging mir bis zum Bauchnabel. Wir versuchten mit der Motte Ball zu spielen. Ihre Begeisterung hielt sich in Grenzen. Es gefiel ihr nicht, dass sie mit ihren Füßen nicht den Boden berühren konnte. Das machte sie unsicher. Sie probierte die Wasserrutsche aus und dann wollte sie in das andere Becken, das Pipibecken Babybecken. Dort tummelten sich viele weitere Kleinkinder. Gesagt, getan. Ich zog meine Sonnenbrille auf und nahm am Beckenrand Platz. Glücklicherweise war ein großes Sonnensegel über das Becken gespannt. Nun passte ich auf die Motte auf und beobachtete die anderen Leute.

 

Drei Arten von Eltern

Es gehört definitiv nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen Ewigkeiten am Beckenrand zu sitzen und auf bessere Zeiten zu warten. Aber für sein Kind tut man das doch gerne, oder? So war zumindest meine Meinung. Die teilten wohl nicht viele, denn ich konnte insgesamt drei Arten von Eltern feststellen:

  • Die Vorbilder: Diese Eltern sind wie ich. Sie harren am Beckenrand (oder auf den Bänken davor) aus und passen auf ihre Kleinen auf. Das ist eher die Seltenheit, denn es war noch viel Platz. Dafür war der großzügige Kleinkindbereich voller Kinder. Entweder die anwesenden Erwachsenen hatten durchschnittlich fünf Kinder dabei, oder die Kleinen waren alleine unterwegs. Zugegeben, bei einer Wassertiefe von 40 cm ist ertrinken nicht ganz einfach, aber auch nicht unmöglich. Ganz alleine würde ich die Motte dort nicht lassen.
  • Die schlechten Vorbilder: Diese Eltern waren am Becken auch anwesend. Vielleicht hätten die aber lieber wieder gehen sollen. Mit Kippen und Bierflaschen saßen sie auf den Bänken, waren in Gespräche vertieft und waren hin und wieder einen Blick zum Nachwuchs. Wirkliches Interesse an den Kindern hatten sie nicht. Da saß beispielsweise ein Mann und rauchte. Das allein ist ja schon die Krönung am Kinderbecken, aber es kam noch besser. Sein kleiner Sohn wollte ihn mit Wasser bespritzen. Daraufhin drohte er dem Kind, dass es sich „eine links und eine rechts fängt“, wenn er das tut! Ich verkneife mir jetzt besser jeden Kommentar dazu…
  • Die Unsichtbaren: Ich mache es kurz: Diese Eltern sind gar nicht erst anwesend und lassen ihre Kinder alleine!

 

Es fehlt eine Badeaufsicht

schwimmenDie Badeaufsicht gab es leider nur in den tieferen Becken. Meiner Meinung nach gehört auch dringend eine zum Kinderbecken, denn manche Eltern wollen wohl keine Verantwortung übernehmen. Außerdem haben Alkohol und Zigaretten nun wirklich nichts in diesem Bereich verloren. Mit der vorgeschriebenen Badekleidung nahm es auch keiner so genau (Unterwäsche, Sportklamotten, Straßenkleidung, oder gleich ganz nackig). Dabei ist ein Badeoutfit für Kinder nun wirklich nicht so teuer. Gestern besuchten wir ein anderes Schwimmbad, aber auch hier bot sich ein ähnliches Bild.

Ich glaube nicht, dass ich übervorsichtig bin. Die Motte wird in so flachem Wasser nicht ertrinken. Außerdem trägt sie immer Schwimmflügel (Sicherheit geht vor!). Trotzdem lasse ich sie nicht alleine. Ich spiele mit, sie darf mich mit Wasser bespritzen und ich bin für den Notfall immer in der Nähe, wenn sie mich braucht. Es gibt ja gerne mal Streit um Wasserspielzeug und ich möchte den Tränen vorbeugen. Der Papa lässt sein Mädchen natürlich auch nicht alleine. Wir wechseln uns ab. So hat jeder auch mal die Möglichkeit in den tieferen Gewässern zu schwimmen.

Meistens sitze ich die erste Stunde am Kinderbecken bis der Papa kommt und es Schichtwechsel am Pipibecken heißt…

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